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GEGEN TIERVERSUCHE

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ANTWORTSCHREIBEN DER HHU- DÜSSELDORF

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemeinsam mit anderen besorgten Bürgern bzw. Mitgliedern des Tierschutzvereins Düsseldorf haben Sie sich mit einigen Fragen zum Thema „Tierforschung“ an die Heinrich-Heine-Universität gewandt. Ihrer Bitte, die Fragen zu beantworten, kommen wir gerne nach.

Gestatten Sie uns zunächst einige wichtige Erläuterungen zur Tierforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Universität betreibt die Zentrale Einrichtung für Tierforschung und wissenschaftliche Tierschutzaufgaben (ZETT), Wissenschaftler erforschen, wie komplexe lebende Organismen funktionieren und wie Krankheiten den Körper angreifen. Daraus gewinnen sie wertvolle Erkenntnisse, die dazu beitragen, wirksame Medikamente und Therapien zu entwickeln sowie Krankheiten vorzubeugen. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Ohne diesen Beitrag wäre medizinischer Fortschritt nachweislich nicht in vollem Umfang möglich. Mit ihm hingegen können mittel- und langfristig Krankheiten besiegt bzw. Erkrankungen vermieden werden, die Menschen leiden und sterben lassen würden.

Dieses Ziel bestimmt unsere Haltung als Universität, die sich verpflichtet sieht, durch ihre Forschung einen nachhaltigen gesellschaftlichen Nutzen zu stiften. Dabei sind sich unsere Wissenschaftler ihrer Verantwortung gegenüber den Tieren stets bewusst. Aus diesem Grund unterstützen wir dort, wo es möglich ist, die Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen, die u.a. durch Einrichtungen wie das CERST (Centrum für Ersatzverfahren zum Tierversuch in Düsseldorf CERST NRW) entwickelt werden. Nach heutigem Stand der Wissenschaft lassen sich jedoch einige Forschungsergebnisse ausschließlich über Tierforschung erzielen. Das hat seinen Grund darin, dass die Forschung an Zellkulturen oder mithilfe von Computermodellen der Komplexität eines lebenden Organismus’ noch nicht gerecht wird. Auch aus diesem Grund schreibt der Gesetzgeber Tierversuche als Voraussetzung für eine Zulassung einer klinischen Prüfung am Menschen vor.

Aktuell werden rund 21.200 Tiere in der ZETT gehalten, davon 98 Prozent Mäuse und Ratten. Weiterhin gibt es Tierforschungsprojekte mit Fischen und Fröschen, Schweinen, Marmoset-Äffchen, Hunden, Katzen und Schafen. Sie werden eingesetzt entsprechend der Forschungsschwerpunkte unserer Universität zu den grundlegenden Fragen: Wie entstehen Herz-Kreislauf-, Leber-, Infektions- oder Krebserkrankungen und wie kommt es zu Neurodegeneration. Dabei stellen die Tierversuche nur einen Teilaspekt der gesamten Forschung dar. Eine Vielzahl der Untersuchungen erfolgt vorab an isoliertem Zellgewebe oder Geweben. Die Tierforschung unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben und Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden. Tierforschungsvorhaben werden nur dann genehmigt, wenn sie alternativlos sind, das heißt, nicht durch Computer-Simulationen oder der Forschung an Zellgewebe ersetzt werden können. Auch muss die Forschung an Tieren auf ein Minimum reduziert bleiben. Das gilt ebenfalls für den Einsatz in der Lehre.

Wir hoffen, dass wir Sie mit diesen ausführlichen Erläuterungen zum Thema Tierforschung ausreichend informieren und den Standpunkt der Heinrich-Heine-Universität dazu deutlich machen konnten. Falls Sie sich weiter informieren möchten, verweisen wir gerne auf die Webseite des

ZETT:
http://www.medizin.hhu.de/forschung/forschungsschwerpunkte/forschungseinrichtungen-an-der-medizinischen-fakultaet/zett.html

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an diesem Thema!

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Team Öffentlichkeitsarbeit ZETT

UNSERE ANTWORT DARAUF

Düsseldorf, 11.07.2016

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Steinbeck,

zunächst bedanken wir uns für Ihre Nachricht zur Beantwortung der von uns und zahlreichen weiteren Interessenten gestellten Fragen.

Mit Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, dass in der HHU aktuell 21.200 Tiere gehalten werden. Die Frage nach der Anzahl der durchgeführten Tierversuche beatwortet dies nicht. Ebenso wenig wie die berechtigten Fragen nach Tötungen und Art und Weise der Versuche.

Wir haben konkrete Fragen gestellt, die Sie wortreich mit Allgemeinplätzen beantwortet haben. Bürger, die ihr Recht auf Information einfordern, sind nicht automatisch „besorgt“, inzwischen aber verärgert und irritiert, weil sie mit platten Argumenten abgespeist werden. Darüber hinaus haben Sie alles andere, z.B. das Interesse an den finanziellen Aufwendungen oder der Möglichkeit eines tierverbrauchsfreien Studiums komplett ignoriert. Was soll das? Auch die Antworten auf Fragen nach alternativen Forschungsmethoden, die Tierversuche zukünftig ersetzen sollen: Fehlanzeige!

Sowohl die EU als auch die Wissenschaftsministerin von NRW, Frau Svenja Schulze versprechen eine schrittweise Verringerung, bis hin zur völligen Abschaffung aller Tierversuche.

Bitte verinnerlichen Sie, dass Sie uns bei derartig oberflächlichem Vorgehen nicht zufrieden stellen. Wir stellen nochmals die gleichen Fragen mit der Bitte um transparente Aussagen. Zu Ihrer Information sei bemerkt, Hinhaltetaktik und leere Worte deuten darauf hin, dass Sie an einem aktiven Dialog über Tierversuche mit uns und den Bürgern nicht interessiert sind. Wir werden daher weitere mediale Maßnahmen einleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Piasetzky Vorsitzende

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